Am Freitag – warum auch immer – ging es mir viel besser. Vielleicht, weil das Wochenende nahte und ich mich trotz allem auf die Hochzeit meiner Cousine freute. Außerdem schien die Sonne. Nach dem Frühstück absolvierte ich einen kleinen Marathon: Zwischen 8.30 und 9.00 Uhr musste ich mich endlich beim Sport melden und mich wie... Continue Reading →
Tag Nr. 2
Die Nacht war angenehm – keine der beiden anderen schnarchte. Ich hörte weder die Nachtschwester, noch sonst irgendetwas. Morgens um kurz nach sechs klingelte mein Wecker. Ich blieb liegen. Ich konnte einfach nicht aufstehen. Ich war einfach total krank. Bis mich um zwanzig nach Sieben die Ältere etwas unsanft wachrüttelte. Die würden stinksauer werden, wenn... Continue Reading →
Eine neue Therapeutin
Hinter der orangen Tür wartete ein schmaler Gang, von dem zahlreichen Türen abgingen. Eine davon führte in das Büro meiner neuen Therapeutin. Es war mit einem Schreibtisch, einem Schrank und zwei bequemen Sesseln sowie einem Magnetboard eingerichtet. Außerdem hatte es ein Fenster, das die ganze Breite des Raumes einnahm, durch das man auf die weiten... Continue Reading →
Eine Patin & Wiedersehen mit Johanna
Als ich vom Mittagessen wieder hoch kam ins Zimmer, lagen vier Zettel hinter der Tür auf dem Boden, alle für mich. Das bedeutete also „unter der Tür durchschieben“. Ein Termin für Blutentnahme und EKG morgen. Eine Einladung für den Termin bei der Ärztin, am nächsten Tag um neun. Ein Termin bei meiner Therapeutin, heute Nachmittag... Continue Reading →
Knallertisch
Der Speisesaal war ein Traum. Den Vergleich zur Psychiatrie gewann er locker, aber würde auch einige Vier-Sterne-Hotels überflügeln. Jeder hatte einen festen Platz im Speisesaal, beliebig zugeteilt. Die Tische waren entweder rechteckig oder rund und boten in der Regel Platz für bis zu sechs Personen. Ich war schon gespannt, wer an meinem Tisch sitzen würde.... Continue Reading →
Empfangsservice
Die Dame vom Empfangsservice stellte sich mir vor, fragte mich, wo meine Taschen wären, und war schon auf dem Weg zum Aufzug. Sie drückte den Knopf, während ich meine Reisetasche holte, und als ich wieder neben ihr stand, erklärte sie mir, dass sie mir als Erstes mein Zimmer zeigen würde. Wir stiegen also in den... Continue Reading →
Klinik II
Die Türen schlossen sich hinter mir automatisch wieder. Ich ging zum Parkplatz, legte meine Reisetasche in den Kofferraum, verstaute meine Handtasche auf dem Beifahrersitz, setzte mich ins Auto und gab in mein Handy-Navi die Adresse der Psychosomatischen Klinik ein. Ich positionierte es in der Mittelkonsole, so dass ich den Pfeilen folgen konnte, startete den Motor,... Continue Reading →
Abschied von der Gang
Heute war so viel passiert, so dass ich gar nicht wirklich dazu kam, traurig zu sein, da Steffi und Johanna morgen gehen würden. Die beiden aber waren ganz schön aufgeregt. Johanna vor allem, weil es ihr momentan nicht gut ging – ihre Medikamente hatten immer stärkere Nebenwirkungen gezeigt, aber keine Wirkung, und waren erst wieder... Continue Reading →
Leben und Überleben in der Psychiatrie
Ohne Johanna und Steffi wäre ich in der Psychiatrie eingegangen. Die „Anstalts-Gang“ nannten wir uns im Scherz. Wir verbrachten beinahe den ganzen Tag zusammen – insbesondere Johanna und ich, da wir auch noch das Zimmer teilten. Sie waren meine beiden Anker zur Normalität in diesem Irrenhaus. An manchen, wenigen Tagen war es das nämlich leider... Continue Reading →