Es hat sich ausgelockt!

Am nächsten Tag geisterte ich die meiste Zeit im Haus umher. Meine Gedanken kreisten immer wieder. Wie konnte ich es nur so weit kommen lassen. Warum war das ausgerechnet mir passiert? Ich fühlte nach wie vor eine große Angst. Und immer wieder: All of my kindness was taken as weakness. All meine Nettigkeit war als Schwäche aufgefasst worden. Ich war einfach zu nett gewesen – was manche Menschen einfach gerne ausnutzen, das war nun auch keine besonders neue Erkenntnis. „Das junge Blondchen mit dem Lockenkopf, die ist so nett, die kann man gut ausnutzen.“

Die Locken müssen ab, schoß durch meinen Kopf. Der Impuls wurde so stark, dass ich wirklich mit dem Gedanken spielte, die schulterlangen Locken, die ich bis dato liebte, auf der Stelle mit der Haushaltsschere abzuschneiden. Hauptsache, ich sah nicht mehr süß und nett aus.

Ich machte einen Termin beim Friseur. Als die Haare dann endlich, endlich ab und glatt waren, keine Spur mehr von Locken und „süß“, war ich zufrieden. Und für einen kurzen Moment sehr glücklich. Nicht mit mir, Freunde!

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