Nach dem Seniorensport war ich dann jedenfalls wieder wach, holte mir brav meine Zehn-Uhr-Medikamente ab (Eisentabletten und Vitamin-C-Pulver), und wartete auf die Visite. Die Ärztin war erfreut, genauso wie ich, dass es mir so gut ging. Außerdem drückte sie mir einen Zettel in die Hand: Am Nachmittag würde meine erste „richtige“ Therapie beginnen: Achtsamkeits- und... Continue Reading →
Sunday Funday
Am Sonntag ging es mir gut. Die Sonne schien, es war warm, ich war ausgeschlafen und ausgesprochen fröhlich gestimmt. Heute wurde für meine Großeltern Messe gelesen und die ganze Verwandtschaft – darunter meine liebste Tante, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte – würde danach gemeinsam Essen gehen. Ich hatte mich entschieden, mitzugehen. Zum... Continue Reading →
"Silver Linings" bedeutet übersetzt Silberstreif, also der goldfarbene oder silbrige Rand, den Wolken haben, wenn die Sonne hinter ihnen steht. Im Englischen existiert zudem das Sprichwort "every cloud has its silver lining", was frei übersetzt in etwa "es ist nie alles schlecht" bedeutet. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen ("Silver Linings Playbook"), verzeiht mir... Continue Reading →
Buch- und Filmtipp: Silver Linings
Vom anderen Stern
Als wir nach etwa einer Stunde Fahrt zu Hause ankamen, waren Anspannung und Nervosität – schnipp – weg. Die Katze stand zur Begrüßung vor der Haustür bereit und ich freute mich sehr, einfach zu Hause zu sein. Meine Schwester war auch da, die Sonne schien, es war schön. Ich wusch Wäsche, packte meine Tasche gleich... Continue Reading →
Autofahrende Angstzustände
Da ich mein Auto nicht dabei hatte – und offiziell hatte ich ja unterschrieben, dass ich nicht Autofahren würde – hatte ich meine Abholung um Punkt acht Uhr morgens, also genau zur Türöffnung, bestellt. Nur nichts wie raus hier. Frühstücken würde ich daheim. Ich stand also bereits um kurz vor acht unten im Foyer, hatte... Continue Reading →
Buchtipp: Das Haus der vergessenen Bücher
Wir tauchen ein in das Jahr 1919, mitten in Brooklyn. In einem kleinen, aber sehr feinen Antiquariat namens "Parnassus" spukt es. Eigentlich nur der Geist und das Wissen alter Bücher - neuerdings geben sich dort aber auch so allerlei schwarze Gestalten aus der Welt der Geheimdienste die Ehre. Christopher Morleys Roman "Das Haus der vergessenen... Continue Reading →
Wie immer eben
Als ich am Freitag aufwachte, war der Tag schlecht. Ich war depressiv, hatte überhaupt keinen Antrieb. Am liebsten wäre ich im Bett liegengeblieben. Ich musste allerdings frühstücken, sonst würde ich bis zum Mittagessen verhungern, soviel Obst hatte ich dann doch noch nicht gebunkert. Also quälte ich mich aus dem Bett. Ich bin auch ohne Depression... Continue Reading →
Neues aus der Anstalt
Mir ging es besser, und ich begann wieder, mehr zu sprechen. Nicht wie früher, über alles und mit jedem, aber zum Beispiel mit meinen Zimmergenossinnen Johanna und Ruth und mit einer weiteren neuen Patientin namens Stefanie. Mit Johanna und Steffi verbrachte ich die meiste Zeit. Die beiden waren wegen Depressionen hier – so wie wohl... Continue Reading →
Sport ist Mord
Am nächsten Tag, wir schreiben den Mittwoch, stand erstmals Bewegung auf dem Programm, „Allgemeine Gymnastik“. Ich hätte auch noch die anstrengendere Funktionsgymnastik zur Auswahl gehabt, aber da ich seit Monaten keinen Sport mehr gemacht hatte, entschied ich mich für die leichtere Variante. Außer mir sammelten sich in dem kleinen Gymnastikraum nach und nach knapp zwanzig... Continue Reading →