Da ich mein Auto nicht dabei hatte – und offiziell hatte ich ja unterschrieben, dass ich nicht Autofahren würde – hatte ich meine Abholung um Punkt acht Uhr morgens, also genau zur Türöffnung, bestellt.
Nur nichts wie raus hier. Frühstücken würde ich daheim. Ich stand also bereits um kurz vor acht unten im Foyer, hatte meine Patientenkarte abgegeben – der Herr am Empfang hatte bereits mittels Scanner überprüft, ob mein Verlassen ordnungsgemäß war – aber die Tür war noch zu. Um Punkt acht betätigte der Rezeptionist dann endlich den Türöffner. Mit mir warteten bereits Johanna und Stefanie, sowie zwei ältere Herren, die ich aber nicht kannte.
Wir verabschiedeten uns draußen auf der Treppe, die beiden gingen zu ihren Autos. Ich wartete auf meinen Vater. Ich wurde langsam ungeduldig, ich wollte endlich weg hier. Um zehn nach acht rief ich zu Hause an, um herauszufinden, wann er denn losgefahren war. In diesem Moment kam er vorgefahren.
Ich freute mich sehr, ihn zu sehen. Er stieg extra aus, umarmte mich, und strahlte auch sichtlich. Ich stellte meine Tasche in den Kofferraum, und wir fuhren los. Ich erzählte ein bisschen aus der Klinik, er erzählte mir, was es im Dorf so Neues gab, dann wurde ich still. Ich saß auf dem Beifahrersitz, mittlerweile waren wir auf der Autobahn, und ich bekam plötzlich sehr schlecht Luft, spürte einen heftigen Druck auf meiner Brust, ich war am ganzen Körper angespannt, biss die Zähne zusammen, meine Beine und Hände begannen, nervös zu zittern. Mittelschwere Angstzustände. Dabei fuhr mein Vater nicht schnell und es war kaum Verkehr. Es bestand absolut keine Gefahr, ich verstand selbst nicht so recht, woher das so plötzlich kam. Sie wurden zwar nicht schlimmer, soweit konnte ich sie im Zaum halten – der tiefen Bauchatmung sei Dank – aber sie gingen auch nicht vollständig weg. Zu meinem Vater sagte ich nichts. Wir hätten ja nichts an der Situation ändern können. Wenn ich heim wollte, musste ich zumindest Beifahrer sein können. Und ich wollte unbedingt nach Hause. Also hielt ich es aus.
