Kennt ihr das, wenn etwas richtig Blödes passiert, und man kann nur zusehen? Wenn zum Beispiel das fast neue Handy in Zeitlupentempo aus der Hand rutscht und dann eine Treppenstufe nach der anderen abwärts purzelt, ohne dass man es fangen oder aufhalten oder bremsen kann?
Jedenfalls ist das Handydisplay schwarz, klingeln tut’s noch brav, aber das hilft ja wenig, wenn man nicht hingehen kann. Im Moment ist das gute Ding per Express unterwegs zur Reparatur. Zuerst habe ich mich über meine eigene Ungeschicklichkeit geärgert. Dann war ich ziemlich nervös: vier Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin ohne Handy und übrigens auch ohne Festnetztelefon – und bis dahin wäre noch so viel zu erledigen (ihr werdet bald sehen, was). Es gibt ganz sicher günstigere Zeitpunkte, um handylos zu sein.
Aber nach dem der erste Schock nun verdaut ist (oder die ersten Entziehungserscheinungen) fühle ich mich: befreit. Es war so viel los in den vergangenen Wochen, es ging drunter und drüber, und es wird auch in nächster Zeit gewiss einiges los sein, dafür wird spätestens das Baby sorgen. Aber ohne Handy bin ich nicht erreichbar, bin ich frei.
Ich kann mich mittags hinlegen, ohne dass eine wichtige Mail oder ein Anruf mich wieder aus meinem Dösen reißt, komischerweise bin ich auch viel ruhiger, wenn ich nicht ständig durch irgendwelche Instareels scrolle… es fühlt sich fast ein bisschen wie Urlaub an. Gerade bin ich fast ein bisschen froh für die unverhoffte Ruhepause. Vielleicht hat mein Unterbewusstsein ja sogar absichtlich diesen Störapparat die Treppe hinabgeschickt. Wer weiß.
