Ich kann es selbst nicht ganz glauben, dass ich es geschafft habe, 27 Jahre alt zu werden ohne je auch nur ein Buch von Michael Ende gelesen zu haben. An Ostern las ich erstmals „Die Unendliche Geschichte“ und vor einigen Wochen nun, auf einen Tipp hin, „Momo“. Ich kannte auch die Filme nicht. Einzig ein Theaterstück über den satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpusch hatte ich in der zweiten Klasse gesehen.
Unglaublich, dass Ende das Märchen von der Zeit und seiner Retterin, Momo, bereits vor vierzig Jahren verfasst hat. Es ist nach wie vor aktuell, vielleicht sogar aktueller denn je. Ende entwirft eine Phantasiewelt, die in unserem eigenen Universum angedockt ist, mit Figuren, die man einfach ins Herz schließen muss, angefangen vom Straßenkehrer Beppo, dem Mädchen, das immer auf die kleine Schwester aufpassen muss, hin zur Schildkröte Kassiopeia und natürlich Momo selbst.
Ich möchte das Buch euch allen ans Herz legen – ganz besonders den Talenten, die es (so wie ich bisher auch) sehr gut schaffen, sich Tag für Tag und Woche für Woche so voll zu packen, dass für die einfachen und schönen Dinge unversehens irgendwie keine Zeit mehr bleibt.
Zeit ist nicht Geld – Zeit ist Leben. Wer an der Zeit spart, spart am Leben.
