Wenn die Black Box transparent wird

Entschuldigt bitte, dass ich mich hier so selten zu Wort melde. Zu Schreiben hätte ich genug. Aber ich stecke momentan mitten in der Prüfungszeit… vier Wochen noch.

Manchmal schaffe ich es jedoch trotzdem, durch die Süddeutsche Zeitung zu blättern. Dabei habe ich in der Wochenendausgabe vom 20. Januar ein hochspannendes Interview über die Entwicklung der Büroarbeit entdeckt. Industrie- und Arbeitssoziologe Andreas Boes präsentiert darin die Ergebnisse einer dreijährigen Feldstudie. Weiterlesen

Spür‘ dich!

Der Wecker klingelt, Snooze-Taste, Snooze-Taste, ein letztes Mal Snooze-Taste, während der letzten abgetrotzten fünf Minuten läuft im Kopf schon die To-Do-Liste des kommenden Tages. Was mache ich zuerst? Was kann ich schieben? Brauche ich wirklich 15 Minuten für das Frühstück? Weiterlesen

#goodpeoplearound

Und ich scheitere in der ersten Wochen beinahe schon an meinem Vorsatz… Aber ich finde, der hier hat es definitiv auf die Liste der #goodpeoplearound geschafft. Tirol, sibirischer Wintereinbruch, vier Mädels und ein Diesel… der über Nacht sulzig wurde und sämtlich Alarm-Kontroll-Lämpchen anwarf.

Die Versicherung mit dem Auslandsservice gab unseren Auftrag an einen Kfz-Mechaniker in Innsbruck weiter. Wir waren definitiv kein Härtefall, wir saßen in der warmen Wohnung, ein zweites Auto (Benziner…) stand fahrbereit draußen – aber für die Heimfahrt am nächsten Tag war der Diesel eben doch zwingend nötig. Wir vereinbarten am Samstagmorgen – es standen noch etliche andere Aufträge und echte Notfälle auf der To-Do-Liste des Mechanikers – dass wir uns nach unserem Skitag um fünf wieder melden wollten. Dann würde er vorbeikommen. Um fünf hatte er schließlich noch neun Aufträge offen. Um halb neun meldete er sich – er war schon auf dem Weg zu uns gewesen, aber ein Unfall am Zirler Berg hatte ihn wieder weggerufen. Er käme danach sofort. Um Mitternacht erreichten wir ihn endlich. Der arme Mann hatte von morgens um acht bis Mitternacht durchgearbeitet, war bei -12°C den ganzen Tag draußen gewesen, am Wochenende – und war immer noch unglaublich freundlich und hilfsbereit!

Am nächsten Tag um zwölf war er dann bei uns. Rechtzeitig für die Rückfahrt, perfektes Timing – und immer noch gut gelaunt, freundlich und fröhlich. Hut ab. Unseren Tag hat er gerettet, das Auto lief wieder wie eine Eins und trotz der kurzen Nacht und der vielen Arbeit war er immer noch gut gelaunt. Sehr beeindruckend. Mein persönlicher Held der letzten Woche. There are a lot of #goodpeoplearound.

 

Wir sind auf der guten Seite!

Immer wieder hat 2016 Anlass gegeben, an der Menschheit zu verzweifeln. Dafür muss ich keine Schlagworte nennen, denke ich. Und immer wieder gab es auch in den letzten Monaten noch Tage, da war ich einfach depressiv. Das ist dann halt so. Und wenn meine ganz private Verzweiflung an der Menschheit mit einer universellen, politisch-historischen Verzweiflung einhergeht – nicht gut. Dann bleibt einfach nur noch: die Welt ist schlecht. Aber sowas von. Was will ich hier eigentlich noch?

Aber, als es mal wieder soweit war, fiel mein Blick zufällig auf das kleine Holz-Herz auf meinem Schreibtisch. Vor Jahren hat es mir ein alter Mann in einem Bus geschenkt, einfach so. Er hatte es selbst geschnitzt, ein alter Chilene. Und dann fällt mir ein, dass mein Schicki-Handgepäckskoffer vor ein paar Monaten eineinhalb Stunden mutterseelenallein unbeschadet am Harburger S-Bahnhof überlebt hat. Mit meinem Laptop drin. Und meiner Kamera. Und nur zwei Stunden später, ich war ziemlich neben der Spur und fertig mit der Welt, rette ein Hamburger Falafelladenbesitzer erneut meinen Tag. Zehn Minuten, nachdem ich ihn gefragt hatte, ob ich bei ihm auch mit Karte zahlen konnte, stellte ich mich, nachdem ich in seinem Kiosk gegessen und getrunken hatte, an seine Kasse und wollte mit Karte zahlen. Dass er mir vorhin erklärt hatte, dass das nicht ginge – habe ich nicht registriert. Und er? Er schaute mich kurz ungläubig an. Statt in die Luft zu gehen und zu toben nahm er mich einfach an der Hand, ging mit mir in den Kiosk nebenan, rief seinem Kiosk-Nachbarn irgendetwas zu – und als wäre es das normalste der Welt zahlte ich meinen Falafel in der Postfiliale. Er nahm nicht mal ein Trinkgeld an. Passiert eben mal.

Mein Vorsatz für 2017: Diese kleinen Geschichten aufschreiben und sammeln. Falls 2017 wieder so zum verzweifeln wird. Macht ihr mit? #goodpeoplearound

Du und ich, und sonst noch ein paar Leute – wir sind auf der guten Seite!

Sportfreunde Stiller