Abschiedsrunde

Gestern war wieder ein „Pause“-Tag. Ich habe den ganzen Tag, mit Ausnahme von einem kleinen Spaziergang und zwei Stunden Kunsttherapie, lesend im Bett verbracht. Das Buch war gut, meine Laune morgens nicht besonders gut – ich habe immer noch das Gefühl, dass ich diese Tage brauche.

Heute geht der Abschiedsturnus los. Erst zwanzig Minuten lang computergestützt in der Basisdokumentation Fragebögen zum Befinden und einen Feedbackbogen zur Klinik ausfüllen, dann geht es nach München, zum ersten Ersttermin mit einem Psychologen für die ambulante Psychotherapie. Sechs Wochen war ich beinahe auf dieser Warteliste, gefühlt die halbe Stadt habe ich abtelefoniert; jetzt habe ich drei Ersttermine. Einen bei einer Psychologin, die mich aber erst ab Februar betreuen könnte; einen bei einer, die jedoch nur einen Termin dienstags um halb zehn wöchentlich frei hat; und eben dem im MVZ heute, wo ich eigentlich noch gar nichts Genaues weiß. Ich bin gespannt. Ich bin gespannt, ob ich meine Geschichte mittlerweile erzählen kann, ohne dabei zu weinen. Das ist ja nun immerhin das vierte Mal, dass ich sie einem Psychologen / Psychiater / Arzt schildern werde. Mal sehen. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, wie schnell ich mich für diesen oder jenen Therapeuten entscheiden muss. Das Bauchgefühl ist wichtig, das habe ich gelernt – aber viel mehr kann man ja in einer Sitzung gar nicht feststellen. Mal sehen.

Immerhin, habe ich gerade festgestellt: Meine Augenringe haben wieder ein normales Maß angenommen. Und das, obwohl ich nach wie vor sehr unruhig schlafe – besonders, seit wir eine Schnarcherin im Zimmer haben, die noch dazu gerade erkältet ist. Zwei Tage noch. Ich freue mich so.