Die Japanerin Yoko Ogawa verfasst den Roman im Jahr 2009, ins Deutsche übersetzt wurde er 2014.
Eine Elefantendame auf dem Kaufhausdach, ein Schachgenie, das in einem ausrangierten Bus wohnt, ein Mädchen, das in einer schmalen Mauerritze aufwächst und schließlich im geheimnisvollen Schachklub unter dem Meer wieder auftaucht und nicht zuletzt der kleine Aljechin, der Kater Pawn und die Läufer: Ein Roman, verrückt, manchmal grotesk, hin und wieder absurd, ohne deutlichen Spannungsbogen und dennoch lesenswert: Die Autorin bedient sich einer hinreißenden Sprache und gefühlvoller Poesie, sie erweckt ihre fantastischen, sehr eigenwilligen Figuren zart, aber dennoch kraftvoll zum Leben und überwindet mit ihnen die Grenzen des Verstands, sie verdreht unsere Wahrnehmung und Weltanschauung manchmal regelrecht. Wenn dieses Buch ein Film wäre, käme es dem etwas mystischen „Grand Budapest Hotel“ wohl am nächsten.
Der Roman ist nicht unbedingt eine einfache Lektüre – wunderschön und aufregend aber für alle, die sich an hin und wieder faszinierend absurden Geschichten und vor allen Dingen an der fantasievollen Sprache Ogawas erfreuen und natürlich Schachfans. Schachgrundkenntnisse sind wohl hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig.
