Buchtipp: Blasmusikpop

…oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam von Vea Kaiser

Noch ein Spiegel-Bestseller für euch! Vea Kaiser ist eine junge, österreichische Autorin, die mittlerweile zwei Romane veröffentlicht hat. Eben Blasmusikpop und Makarionissi. Beide sind sehr empfehlenswert, das Erstlingswerk finde ich jedoch besser, deswegen stelle ich euch dieses hier vor.

Aus dem Klappentext:

„Fischbandwurm, eine Seifenkiste mit Kurs auf den Mond, eine schwangere Dorfprinzessin, eine altphilologische Geheimgesellschaft, ein Jungfußballer mit dem Herz am rechten Fleck, eine sinistre Verschwörung der Dorfältesten sowie jede Menge poppige Blasmusik gehören zum einzigartigen Mikrokosmos des abgeschiedenen Bergdorfs St. Peter am Anger.“

Vea Kaiser erbaut in ihrem Roman ein Dorfgesellschaft, die so real ist und gleichzeitig doch in einem völlig anderem Kosmos zu spielen scheint – ein wenig wie in Jonas Jonassons „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ (und wer das noch nicht gelesen hat, sollte das als allererstes nachholen!). Zugegeben, anfangs ist das Ganze ein wenig langatmig. Der Fischbandwurm ist dann eben doch nicht so attraktiv. Was die Autorin dann aber, etwa ab dem zweiten Drittel, an Kuriositäten, einem großen Schuss Ironie, Witz und nicht zuletzt auch Emotionen zu einem großen Roman verknüpft, ist wunderbar. Schon lange nicht mehr habe ich beim Lesen so viel gelacht. Denn so absurd die Geschichte von St. Peter am Anger manchmal erscheint: Wir alle kennen ein St. Peter am Anger. Oder zumindest ihre Dorfältesten. Oder eine Dorfprinzessin. Oder. Oder. Oder.

Wahnsinnig witzig, charmant geschrieben, herrlich verrückt. Ein wunderbares Buch! Herzlichen Dank nach Österreich dafür.

Ach ja: Der 1. FC St. Pauli kommt darin auch zu einem großen Auftritt!