Aufklärung in den Lehrplan!

Kurzmitteilung

Einige Abiturienten aus dem Süden Münchens haben nicht nur einen vielbeachteten Film über Depression gedreht („Grau ist keine Farbe“), sondern auch eine Petition gestartet: Die Aufklärung über psychische Krankheiten wie eben die Depression soll fester Bestandteil des Lehrplans werden! Diese Woche sprachen sie deshalb vor einem Ausschuss des Bayerischen Landtags. Ich glaube, ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich das mehr als gut finde.

Wer die Petition unterstützen will klickt, einmal bitte hier:

Link zur Petition

Und wer mehr darüber lesen will, klickt bitte hier:

Link zur Website des Filmprojekts „Grau ist keine Farbe“

Link zum Artikel des Bayrischen Rundfunks zur Ausschusssitzung des Landtags

Ent-Stigmatisierung psychischer Krankheiten via Strafvollzug?!

Kurzmitteilung

Stigmatisierung (Nomen): Ächtung, Diskriminierung 

Ent- (Präfix): drückt in Bildungen mit Substantiven aus, dass etwas entfernt wird

(Duden)

Entstigmatisierung bedeutet also, dass das Stigma, das etwas anhaftet, entfernt werden soll. Im Eingangstext des neuen Gesetzesentwurfs „Bayerisches Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz“, erklärt die Bayerische Staatsregierung, dass mit Hilfe dieser neuen Regelungen psychische Krankheiten und damit psychisch Kranke entstigmatisieren will.

Entsprechend liest sich auch der erste Teil des Gesetzes ganz gut: Die Staatsregierung will den Ausbau des psychiatrischen Auffangnetzes in Bayern vorantreiben, unter anderem plant sie auch den Aufbau eines jederzeit erreichbaren Notdienstes. Soweit so gut. Soweit vielleicht sogar sehr gut.

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Was ist eigentlich Resilienz?

Kurzmitteilung

Im Januar schon, ein paar Tage her, hörte ich durch Zufall einen Vortrag zum Thema Stressmanagement von Dr. med. Barbara Hochstrasser, Präsidentin des Schweizer Expertennetzwerk für Burnout, in Stuttgart. Erst dachte ich, oh no, nicht schon wieder. Dann ging es mir ziemlich nah, ich überlegte den Raum zu verlassen. Und dann blieb ich doch sitzen. Denn mir erschien ihr Ansatz ganzheitlicher als alles, was ich bisher so gehört und gelernt hatte. Und vor allem dröselte sie diese ominöse „Resilienz“ in ihre Bestandteile auf. Was bedeutet Resilienz? Welche Faktoren beeinflussen sie? Und ganz wichtig: An welchen kann ich arbeiten?

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Kurzmitteilung

Ich bin wieder da 🙂 Mir geht’s gut, und einen besseren Ort für ein einjähriges Psychiatriejubiläum als die Copacabana hätte ich mir definitiv nicht wünschen können…

Jedenfalls, freut euch, es geht weiter im Text!

Carioca way of life…

 

Pippi Langstrumpf macht Pause

Kurzmitteilung

Ich sitze auf einer alten Holzbank in der Sonne und sinniere vor mich hin. Es geht mir gerade gut. Und ich habe hier viel Zeit zum Nachdenken. Ich bin 27. Jung, würden die meisten wohl sagen. Und trotzdem fühle ich mich gerade uralt.

Ich habe in den letzten Jahren mehr von der Welt gesehen, als ich es mir noch vor zehn Jahren nie hätte träumen lassen. Ich habe ein halbes Jahr am anderen Ende der Welt gelebt und in der Magellanstraße Pinguine beobachtet. Ich bin weit gereist, alleine, auf mich gestellt. Ich habe Menschen kennen gelernt, von allen Ecken und Enden der Welt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ich habe Olympische Spiele miterlebt. Das Blitzlichtgewitter auf roten Teppichen war ein selbstverständlicher Teil meiner Arbeit gewesen. Ich habe gelacht, gefeiert, geliebt, geweint, getrauert, gekämpft. Ich habe gelebt; das Leben, mein Leben, geliebt. In den letzten Wochen nun habe ich Tiefen entdeckt, von denen ich nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt. Dass es sie in mir gibt.

Ich war lange Zeit meine eigene Pippi Langstrumpf. Unaufhaltsam bin ich durch die Welt gezogen, frei, glücklich, wunderbar. Ich habe mir mit 27 Jahren die meisten Träume, die ich als Kind hatte, erfüllt. Ich habe mehr erlebt, mehr gesehen und mehr gelernt, als ich mir das je erträumt habe. Ich komme mir wirklich vor, als wäre ich bereits uralt. Was soll da noch kommen?

Und dann, keinen Augenblick später, fühle ich mich wieder wie nach dem Abi. Ich stehe an einer Weggabelung. Mir stehen vielleicht sogar noch mehr Türen offen als vor knapp zehn Jahren. Die Entscheidung ist leider nicht einfacher geworden. Mittlerweile habe ich gelernt, dass es nicht nur den einen richtigen Weg gibt. Das Umwege manchmal die schöneren, besseren Wege sind. Aber nach wie vor stellt sich die gleiche Frage: Welcher Weg ist richtig? Welche Umwege lohnt es zu gehen?

Wenn das Leben Monopoly wäre, stünde ich nun wieder auf „Los“. Begeben Sie sich direkt dorthin. Ziehen Sie nicht 2000,- DM ein. Ob mir das nun passt oder nicht.