Es war immer noch heiß. Das war vermutlich der heißeste Juli seit Menschengedenken. Seit zwei Wochen hatte es fast durchgängig über 35° Celsius.
Meine Wohnung in München und mein Zimmer im Haus meiner Eltern liegen direkt unter dem Dach und sind nur teilweise mit Jalousien ausgestattet. Herzlichen Glückwunsch! Ich schlief also so oft es ging auf einer Matratze im Keller meiner Eltern. Und wenn ich unbedingt in München sein musste oder wollte, weil ich es bei meinen Eltern nicht mehr aushielt, legte ich vor dem Schlafgehen nasse Handtücher auf das Bett, damit sich die Matratze etwas vollsaugte. Wenn ich dann schlafen ging, deckte ich mich mit einem anderen nassen Handtuch zu und steckte die Füße in nasse Waschlappen. Aber ich lag trotzdem stundenlang wach. Und ich träumte unglaublich schlecht. Ständig starb jemand. Oder ich starb. Oder beides. Oder ich war schuld am Tod anderer. Verdammte Hitze!
Ein paar Tage später kühlte es endlich etwas ab. Aber trotzdem schlief ich nicht besser. Und: Ich konnte auch tagsüber nicht mehr schlafen. Ich war unglaublich müde, und ich wollte nichts mehr als einfach nur schlafen. Aber es ging nicht. Das Karussell in meinem Kopf fuhr zwar langsamer als noch vor einigen Wochen, aber es fuhr immer noch. Und zwar ohne Pause.
