Es hat eine Weile gedauert, aber nun ist das Buch zum Blog überall erhältlich, wo ihr sonst auch eure Bücher kauft oder direkt im BoD-Buchshop.
Sophie Blau: Grüße aus der Psychiatrie – Burn-out kommt auch im Alphabet vor Glück; ISBN: 9783756205165
Ich will euch hier auch gar nicht mit viel Text auf die Folter spannen, nur so viel: Viel Spaß beim Lesen und nein, es ist nicht nur eine Sammlung alter Blogtexte, das wäre ja viel zu einfach gewesen. Wenn euch das Buch gefällt und ihr mich unterstützen wollt, dann lasst gern dort, wo ihr es gekauft habt eine Rezension zurück und erzählt überall von meinem Buchbaby 🙂
Hieroglyphen, eh, Korrekturzeichen: „Blank“ einfügen, zusammenziehen, löschen, ab hier – bis dorthin.
Meinen allerersten Manuskriptentwurf habe ich mit einem guten Freund, der sich in dem Metier auskennt, überarbeitet. Erzählstruktur, rote Fäden, Leitmotiv, Personen auf- und ausbauen: All das, was man normalerweise vermutlich gleich mit dem ersten Plott, also dem „Ideenplan“ erarbeitet, habe ich erst in diesem zweiten Arbeitsgang integriert. Das hat ziemlich viel Zeit gekostet, gleichzeitig aber auch sehr viel Spaß gemacht. Diese Art von kreativem Arbeiten kannte ich bis dato nicht, aber sie brachte mir sehr viel neuen Input sowie gute Perspektiven.
Daraufhin hatte ich gehofft, vielleicht tatsächlich eine Agentur oder gleich einen Verlag für mein Projekt begeistern zu können. Die Antwort (immerhin kamen Antworten!) lautete meist ähnlich: Klingt spannend, aber das Thema ist schwierig, würde nur mit einem prominenten Namen laufen. Sorry Leute, aber ich bin nicht Kurt Krömer, leider.
Ein wenig frustriert hat mich das zugegebenermaßen schon, auch wenn mir im vorhinein schon klar war, dass die Chance, „groß“ verlegt zu werden, sehr gering ist. Das war der Moment, an dem ich eine längere Pause einlegte. Schließlich fokussierte ich mich auf die Serie in der NEON, schrieb „nebenbei“ mein Staatsexamen, zog um und startete beruflich neu. Da lag die Prio dann erstmal recht weit weg von Blog und Schreiben.
Um das Projekt ganz ad acta zu legen, hatte ich zu diesem Zeitpunkt aber schon viel zu viel Zeit und Herzblut investiert. Nachdem ich in meinem neuen Leben also ein wenig angekommen war, startete ich also den nächsten Schritt. Da ja nach wie vor leider keine Agentur um die Ecke kam, eben in Eigenregie: Lektorat. Hier habe ich tatsächlich einfach im Web losgegoogelt und mit viel Glück eine wunderbare Lektorin gefunden. In zwei weiteren Gängen (umgerechnet einem halben Jahr) wurde nun, erstmals von einer komplett Außenstehenden, Satz für Satz auf den Prüfstand gestellt: Stimmen Inhalt, Spannungsbogen, Chronologie, Zeichensetzung, Zeiten, Absatz, Stil?
Daraufhin folgte das fachliche Korrektorat. Ich habe keinen Ratgeber geschrieben und bin selber keine Psychologin, das steht auch im Klappentext laut und deutlich – aber Unsinn verzapfen will ich natürlich trotzdem nicht. Also wanderte mein Manuskript zu einer Professorin, um mich fachlich abzusichern.
Last but not least habe ich währenddessen und anschließend einige Zeit damit verbracht, Klappentexte zu verfassen, den besten Titel zu finden sowie alle meine Quellen zu sammeln und Freigaben einzuholen.
Siehe da: Keine fünf Jahre später sitze ich mit einer ehemaligen Kollegin zusammen und bespreche mit ihr das finale Korrektorat. Von ihr stammen auch diese schönen Hieroglyphen. Im Moment sitze ich jetzt also an der letzten Runde, bessere die übrigen Rechtschreibfehler aus und werde mich dann nochmal mit Word herumschlagen um dann endlich, endlich eine fertige Datei zu haben, die ich bei BOD hochladen kann. Parallel bin ich maximal gespannt auf den Termin mit meinem Coverdesigner.
Was dann kommt? Na, ihr! Dann gibt’s mein Werk endlich überall zu kaufen und zu lesen 🙂
Letzten Sommer, auf dem Heimweg von Rio, irgendwo über dem Pazifik zwischen „Chicken or Pasta“ und Tomatensaft, rannen mir plötzlich Tränen über mein Gesicht. Ich konnte es immer noch nicht fassen. Ich hatte es geschafft. Ich war nicht nur wieder da, sondern ich hatte sogar das, was noch vor wenigen Monaten beinahe unmöglich erschien, möglich gemacht.
„Alles in Ordnung?“, fragte mein Nachbar etwas besorgt. „Ja, doch“, antwortete ich, und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. „Du kannst dir nicht vorstellen, was diese zwei Wochen in Rio für mich bedeuten. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so glücklich gewesen zu sein.“
„So richtig glücklich?“, flüsterte mein Nachbar fast. „Diese Hoffnung habe ich eigentlich schon aufgegeben.“
Dieser Satz brauchte sehr lange, um bei mir wirklich anzukommen. Ich kannte dieses Gefühl nur zu gut. Erwachsensein bedeutet meistens, vor lauter Pflichten, Erwartungen und Rechnungen gar keine Zeit mehr zu haben, glücklich zu sein.
Aber was, wenn ich mir die Zeit einfach nehme?
Wenn ich ganz dreist mein Handy eine halbe Stunde lang ausschalte und stattdessen das Blau des Himmels über mir bewundere? Wenn ich ganz dreist eine von den vielen sozialen Verabredungen sausen lasse und stattdessen ins Yoga gehe? Oder in die Kirche? Oder einfach alleine im Wald spazieren? Wenn ich ganz dreist einfach mal kurz, inmitten des ganzen alltäglichen Trubels, die Augen schließe und dreimal tief durchatme?
Glück ist kein Ziel, das wir am Ende unserer bucket list oder mit einer bezahlten Rechnung erreichen. Glück ist der Weg.