Tipps gegen den inneren Schweinehund

Passend zum letzten Blogtext – und weil ich mich nach der Babypause selbst gerade auch wieder aufraffen muss und will – habe ich hier für euch meine Tipps gegen den inneren Schweinhund (wenn man das in einer depressiven Phase überhaupt noch so nennen kann) zusammen gestellt. Die ersten beiden Punkte sind sicher für jeden hilfreich, aber tatsächlich elementar z.B. gegen das Morgentief einer leichten bis mittleren Depression. Wenn der Antrieb biochemisch nicht mehr im Gehirn entsteht, muss er von außen ersetzt werden: Durch eine zweite Person oder durch Gewohnheiten und Rituale, die so fix im Tagesablauf stehen, dass sie auch in schlechten Zeiten durchgezogen werden – wie Essen, aufs Klo oder zur Therapie gehen. Bei einer schweren Depression ist das nochmal eine ganz andere Hausnummer, I know. Da sind erstmal Ärzte und Therapeuten gefragt. Aber alle anderen, here you go:

  • Jemanden mit ins Boot holen: es hilft schon, wenn derjenigen euch nur scheinheilig fragt, wie es denn beim Schwimmen/Yoga/Laufen war. Idealerweise kommt der Co-Matrose gleich mit oder, beim Laufen zum Beispiel, man telefoniert währenddessen miteinander (das haben Johanna und ich z.B. ab und zu gemacht).
  • Alles so vorbereiten und planen, dass man gar keine Zeit hat, es sich noch anders zu überlegen. Wer erst noch die Laufschuhe suchen muss, geht viel weniger wahrscheinlich laufen wie derjenige, der sie sich am Vorabend schon an die Tür gestellt hat. Wenn der Babysitter kommt, muss man dann auch Sport machen. Die Sportblöcke sollten so fest verankert im Tages-/Wochenplan stehen wie Frühstück und Mittagessen.

Ganz grundsätzlich aber sollte man sich – wenn man denn den guten Vorsatz langfristig angehen will – auch diese Fragen stellen:

  • Was mache ich denn gerne? Wirklich Fitness oder Joggen, nicht lieber Fußball wie früher? Oder vielleicht was ganz neues oder ausgeflipptes ausprobieren – wie wär’s denn mit Indiaca oder Salsa? Möglicherweise führt auch schon Theater spielen in der Laienspielgruppe zu mehr Bewegung?
  • Macht die Sportart zu dieser Jahreszeit gerade Sinn? Die Hürde, im Winter oder im Hochsommer laufen zu gehen, liegt viel höher als im Frühjahr oder Herbst.
  • Welche Emotionen und/oder Ergebnisse erwarte ich? Sport ist anstrengend. Man sieht nicht zwangsläufig heiß und sexy aus (auch wenn Instagram meint, dass muss so), Muskelkater kann richtig, richtig fies sein und manchmal dauert es tatsächlich ein paar Wochen, bis man sich richtig „gut“ dabei fühlt. Eine schwankende Form ist außerdem völlig normal – es geht nicht immer bergauf.
  • Sind meine Ziele realistisch? Ein Halbmarathon ist auch für trainierte Läufer ein großes Ziel. Wie wär’s stattdessen erstmal mit der kleinen Parkrunde, den fünf Bahnen schwimmen, ruhig einem ganzen Jahr „Anfänger“-Stunden im Pilatesstudio oder die Route im 4. Grad – aber dafür regelmäßig?

Ich hoffe, die Tipps helfen euch weiter – vielleicht habt ihr sogar noch andere? Dann gern her damit! Wer genau wissen will, wie ich meine Tage nach der Entlassung aus der Klinik strukturiert habe und damit auch tatsächlich in Bewegung geblieben bin, findet einiges dazu im 4. Teil meines Buchs oder im entsprechenden Blogartikel. Viel Spaß am Sport, richtig dosiert ist er nicht Mord! Wie immer, eure Sophie

Aus der Versenkung

Hieroglyphen, eh, Korrekturzeichen:
„Blank“ einfügen, zusammenziehen, löschen, ab hier – bis dorthin.

Meinen allerersten Manuskriptentwurf habe ich mit einem guten Freund, der sich in dem Metier auskennt, überarbeitet. Erzählstruktur, rote Fäden, Leitmotiv, Personen auf- und ausbauen: All das, was man normalerweise vermutlich gleich mit dem ersten Plott, also dem „Ideenplan“ erarbeitet, habe ich erst in diesem zweiten Arbeitsgang integriert. Das hat ziemlich viel Zeit gekostet, gleichzeitig aber auch sehr viel Spaß gemacht. Diese Art von kreativem Arbeiten kannte ich bis dato nicht, aber sie brachte mir sehr viel neuen Input sowie gute Perspektiven.

Daraufhin hatte ich gehofft, vielleicht tatsächlich eine Agentur oder gleich einen Verlag für mein Projekt begeistern zu können. Die Antwort (immerhin kamen Antworten!) lautete meist ähnlich: Klingt spannend, aber das Thema ist schwierig, würde nur mit einem prominenten Namen laufen. Sorry Leute, aber ich bin nicht Kurt Krömer, leider.

Ein wenig frustriert hat mich das zugegebenermaßen schon, auch wenn mir im vorhinein schon klar war, dass die Chance, „groß“ verlegt zu werden, sehr gering ist. Das war der Moment, an dem ich eine längere Pause einlegte. Schließlich fokussierte ich mich auf die Serie in der NEON, schrieb „nebenbei“ mein Staatsexamen, zog um und startete beruflich neu. Da lag die Prio dann erstmal recht weit weg von Blog und Schreiben.

Um das Projekt ganz ad acta zu legen, hatte ich zu diesem Zeitpunkt aber schon viel zu viel Zeit und Herzblut investiert. Nachdem ich in meinem neuen Leben also ein wenig angekommen war, startete ich also den nächsten Schritt. Da ja nach wie vor leider keine Agentur um die Ecke kam, eben in Eigenregie: Lektorat. Hier habe ich tatsächlich einfach im Web losgegoogelt und mit viel Glück eine wunderbare Lektorin gefunden. In zwei weiteren Gängen (umgerechnet einem halben Jahr) wurde nun, erstmals von einer komplett Außenstehenden, Satz für Satz auf den Prüfstand gestellt: Stimmen Inhalt, Spannungsbogen, Chronologie, Zeichensetzung, Zeiten, Absatz, Stil?

Daraufhin folgte das fachliche Korrektorat. Ich habe keinen Ratgeber geschrieben und bin selber keine Psychologin, das steht auch im Klappentext laut und deutlich – aber Unsinn verzapfen will ich natürlich trotzdem nicht. Also wanderte mein Manuskript zu einer Professorin, um mich fachlich abzusichern.

Last but not least habe ich währenddessen und anschließend einige Zeit damit verbracht, Klappentexte zu verfassen, den besten Titel zu finden sowie alle meine Quellen zu sammeln und Freigaben einzuholen.

Siehe da: Keine fünf Jahre später sitze ich mit einer ehemaligen Kollegin zusammen und bespreche mit ihr das finale Korrektorat. Von ihr stammen auch diese schönen Hieroglyphen. Im Moment sitze ich jetzt also an der letzten Runde, bessere die übrigen Rechtschreibfehler aus und werde mich dann nochmal mit Word herumschlagen um dann endlich, endlich eine fertige Datei zu haben, die ich bei BOD hochladen kann. Parallel bin ich maximal gespannt auf den Termin mit meinem Coverdesigner.

Was dann kommt? Na, ihr! Dann gibt’s mein Werk endlich überall zu kaufen und zu lesen 🙂

Neues Jahr, neues Glück

Gut fünf Jahre ist es nun her, dass ich hier den ersten Beitrag verfasst habe. Anfangs beinahe täglich, so viel hatte ich zu erzählen, in den vergangenen Jahren nur noch sehr selten. Das hat einen Grund: mein Leben ging glücklicherweise weiter. Ich habe eine Ausbildung zur Physiotherapeutin abgeschlossen, zwischenzeitlich für die neon.de geschrieben und mittlerweile arbeite ich hauptberuflich in der neurologischen Früh-Reha. Keinen einzigen Tag habe ich die Entscheidung, beruflich noch mal neu anzufangen, bereut.

Dass es hier so lange so ruhig war, hat aber auch einen ganz anderen Grund: Vor drei Jahren etwa habe ich beschlossen, dass meine vielen Blogbeiträge nicht in den Untiefen des Internets versauern sollen. Nein, es soll ein Buch daraus entstehen. Eines, das aufklärt und den Leser vielleicht zum Nachdenken bringt, aber vor allen Dingen eines, dass sich trotz des schweren Inhalts leicht und spannend liest. Die Arbeit am Manuskript war sehr viel schwieriger als gedacht. Einfach die unzähligen Blogartikel aneinander reihen – funktionierte nicht. Ich habe also nicht nicht mehr geschrieben, sondern woanders.

Momentan ist das Manuskript im Lektorat, es soll dieses Jahr veröffentlicht werden. Wie, ob im Selbstverlag oder ob sich doch noch eine andere Möglichkeit eröffnet, steht noch nicht fest. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es mit meinem Buchprojekt in diesem Jahr weitergeht. Hier auf dem Blog und auch auf Instagram unter @soph.blau werde ich euch darüber auf dem Laufenden halten – und freue mich natürlich, wenn ihr mir auch auf dieser Reise Gesellschaft leistet oder mich mit Tipps und Connections unterstützt! 🙂

Auf ein gutes und gesundes 2021!

Sophie